Theatertherapie Treffen – Pforzheim
- Miriam Strasser
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Am 12. Juni 2026 bin ich beim "Theater Therapie Treffen (Festival)" in Pforzheim zu Gast. Ich werde dort einen Butoh-Workshop leiten und gemeinsam mit Susanne Schuda eine Late Night Group Therapy Session performativ gestalten. Diese Session bewegt sich zwischen Ritual, Performance und kollektiver Reflexion – ernsthaft und humorvoll zugleich.

DAS 2. THEATER THERAPIE TREFFEN 2026
vom 12.-14.6.2026 in Pforzheim
"Empathie & ENTFALTUNG"
Das vom Lore Perls Haus ausgerichtete THEATER THERAPIE TREFFEN ist ein partizipatives Kunstfestival, welches die positive Wirksamkeit von künstlerischen Prozessen auf die Gesundheit praktiziert und untersucht.
Menschen, die mit einer Erkrankung leben, ziehen sich oft innerlich zurück und sind für andere deswegen oft nicht vollständig sichtbar. Um gesund zu werden, müssen sie die Möglichkeit bekommen, zu erfahren, dass sie die Kraft haben, sich zeigen zu können.
Sie müssen sich ENTFALTEN.
Dafür gibt es die Therapie. Und die Kunst. Sie bedeutet sich selbst zu ver-künden, sich aus-zudrücken. Sich nach außen wenden und anderen zu zeigen.
Das 2. THEATER THERAPIE TREFFEN will allen Mitwirkenden die Vielfalt künstlerischer Formen erleben lassen und ihnen viele Gelegenheiten geben einzutauchen in die Kreativität, die hilft uns gegenseitig näherzukommen, unser Selbstbewusstsein zu stärken und durch ein feineres kreatives Verbundensein Mitgefühl zu entwickeln und tiefere Beziehungen zu uns und zur Welt aufzubauen.
KünstlerInnen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, Malerei, Gesang leiten unterschiedliche Workshops zur persönlichen Entfaltung der TeilnehmerInnen an. Aufführungen und Performances vermitteln ein Bild aktueller künstlerischer Positionen zum Thema Theater und Therapie. Fachleuten aus der Therapie und Studierende der Theatertherapie Nürtingen werden die Arbeit begleiten und vermitteln.

Workshops
Miriam Strasser (Wien) ist eine multidisziplinäre Performance Künstlerin, Clownin und Kulturarbeiterin und verfolgt in ihrem Workshop den Butoh-Ansatz um das Bewusstsein loszulassen und in der Performance das Unterbewusstsein durch den „Traumkörper“ im Tanz auszudrücken.
Jürgen Grözinger (Berlin, Ulm) ist klassischer Musiker, Komponist und zertifizierter Klangtherapeut. In seiner Workshop-Arbeit verbindet er schamanische Klangheilungstechniken mit seiner umfassenden Erfahrung als klassisch ausgebildeter Multiperkussionist und Komponist in Formaten zwischen immersiver Klangmeditation und Konzert. Die reichen Resonanzen von Gongs, Klangschalen, Trommeln, Glocken, Wasser, Holz und Stein lenken das Bewusstsein der Beteiligten nach innen und laden zu tiefen Erfahrungen ein, die Körper, Geist und Seele verbinden.
Marianne Hollenstein (Basel, Ulm) ist bildende Künstlerin und entwickelt und realisiert Bühnenbilder/Installationen/Performances/Malerei oft in internationalen Kooperationen. In ihrem Workshop erschafft sie mit den TeilnehmerInnen ein Raum-Installation aus verschiedenen Materialien. Bei der Herstellung dieses Kunstwerkes fokussiert sie auf die Transformation von Zeit aus der Vergangenheit in die Zukunft.
Johannes Blattner (Stuttgart) ist Tänzer, Choreograf und Tanztherapeut. In seinem Workshop verfolgt er einen fließenden Bewegungsansatz aus der zeitgenössischen Tanzpraxis. Beim Warm Up bekommen die Teilnehmer:innen die Gelegenheit im Raum anzukommen und den Körper gemeinsam auf die nachfolgende Floorwork Technik vorzubereiten. Im Laufe des Trainings steigert sich der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität der Übungen organisch. Die Vermittlung individueller Herausforderungen und die Freude an der Bewegung in Improvisation und Partnerbeziehungen stehen für Johannes im Fokus.
Selda Falke (Neuenbürg, Stuttgart) ist Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und arbeitet in Workshops mit unterschiedlichen Menschen an ihrer Selbstwirksamkeit, die eigene Handlungsfähigkeit wahrzunehmen und die Erfahrung zu machen, dass "man" sich selbst und der eigenen Wahrnehmung vertrauen und damit in Beziehung treten kann. Orientiert an Wilhelm Reich wird sie durch das Spiel und die damit einhergehende Atem- und Bewegungsarbeit unsere natürlichen Ausdrucksmöglichkeiten freigelegen.
SHARON (Pforzheim, Tel Aviv) ist eine deutsch-israelische Rapperin und Musikerin. Der Rap ist ihre große Liebe und ihr Ausdrucksmittel. Ihre Songs stehen für (Selbst-)Ermächtigung, Authentizität und Selbstliebe. Sie leitet die Workshop-TeilnehmerInnen an, einen Rap zu schreiben und zu singen.
Rüdiger Erk (Stuttgart) Der Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge wird das Model des Forumtheaters vorstellen und mit den TeilnehmerInnen erarbeiten. Aus einem Workshop entwickelt er Szenen, die wiederum durch die Zuschauenden in alternative Handlungsabläufe weiter entwickelt werden.
Programm/ Gastspiele

Late Night Group Therapie (Wien) ist eine öffentliche Therapiesitzung in der „Schudini The Sensitive“ mit Wissenschaftler:innen und Expert:innen spricht. Diese bekommen die Gelegenheit ihre offenen Fragen zu Gesellschaft und Politik zu formulieren. In einer systemischen Aufstellung mit den Repräsentant:innen des kollektiven Unbewußtseins untersucht Schudini diese gesellschaftspolitische Fragestellung.
Das internationale ensemble der freien bühne stuttgart präsentiert:
psychonauts -
eine Klang – Video – Liveperformance,
Die Live-Performance entwickelt mit Stimme und Klang, einer Videoinstallation von Tobias Dusche, Licht und Schatten, transparenten Folien und Menschen aus Ländern in Ost und West, die eine halbe Weltkugel voneinander entfernt liegen, einen dichten emotionalen Raum und geht der Frage nach: Wohin gehen wir, wenn wir nach innen gehen?.
Die emotionale Dichte der Bilder, der hohe Abstraktionsgrad der „Erzählung“ bringen in jede* Besucher* eigene Geschichten, andere Antworten und unterschiedliche Fragen auf. Grund genug um nach Abschluss der Performance die Gelegenheit wahrzunehmen, auf den Sitzkissen und Matratzen zu verweilen um sich mit wildfremden Menschen über das Gesehene, Gehörte auszutauschen.
Wilde Bühne Stuttgart: Forumtheater
Im Forumtheater werden aus Zuschauern Akteure.
Provokative Szenen aus der eigenen Lebenswelt regen zu Diskussionen an, laden zum Mitspielen ein, die Bühne wird zum Übungsraum für alternative Handlungsabläufe. Das Publikum nicht nur zum zusehenden, sondern zum handelnden Subjekt zu machen ist das Ziel. In gespielten Alltagssituationen erkennen die Zuschauer sich selbst, können Partei ergreifen, diskutieren und dann neue Lösungs-möglichkeiten auf der Bühne ausprobieren. Durch das Theaterspielen wird deutlich, dass es für jede Situation verschiedene Handlungsmöglichkeiten gibt, deren Tauglichkeit auf der Bühne erprobt werden kann.
Studierende der Theatertherapie
Studierende des Studienganges Theatertherapie der HfWU Nürtingen entwickeln und zeigen Szenen und Methoden, die im Kontext ihres Studiums, des Theaters und/ oder der Therapie entstanden sind.
Lilith e.V.
Die jungen Frauen und Mädchen der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zeigen ihr neues, mit Selda Falke erarbeitetes Stück, das ihre eigene Lebensrealität, ihre Träume, Wünsche und Ängste thematisiert.
SHARON
Die deutsch-israelische Sängerin Sharon wird mit Begleitung und Unterstützung ihrer Workshop-teilnehmerInnen ein Rap- Konzert geben.
Die Perlen
Das neugegründete Ensemble der Theatergruppe des Lore Perls Hauses begibt sich unter Leitung von Felix Beck auf Spurensuche nach Lore Perls. Biografisches, literarisches und therapeutisches sind das szenische Material.
Das Theater Therapie Treffen ist ein besonderer Ort der Begegnung zwischen Kunst, Therapie und persönlicher Erfahrung. Ich freue mich sehr, Teil dieses internationalen Austauschs zu sein und meine Arbeit dort einzubringen.



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