Festival "Die Sucht Mensch zu sein"
- Miriam Strasser
- 6 days ago
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Updated: 9 hours ago

Am 21. und 22. März 2026 findet im neu eröffnenden Theater DAS Margareten das Festival „Die Sucht Mensch zu sein“ statt – ein intensives, vielstimmiges Format an der Schnittstelle von Kunst, Körper, Emotion und gesellschaftlicher Reflexion.
Ich freue mich sehr, an beiden Festivaltagen meine Butoh-Clown-Performance „THAT Feelings…“ zu zeigen. Die Arbeit bewegt sich zwischen inneren Zuständen, emotionalen Fragmenten und körperlichen Impulsen – roh, verletzlich, manchmal absurd, manchmal sehr klar. „THAT Feelings…“ ist eine Einladung, Gefühle nicht zu erklären, sondern zu verkörpern. Ein Mikro-Ritual des Widerstands, der Empfindung und der Befreiung.
In dieser Butoh-Clown-Étude tritt die Figur Homo Kemoni in eine stille Auseinandersetzung mit einer Konstellation von Wäscheklammern – Symbolen für Druck, Absurdität, zerbrechliche Schönheit und unwillkürliche Reaktionen. Die Objekte haften nicht nur an der Haut; sie lösen Emotionen aus, erzeugen kleine Dramen und bringen Ausdrucksformen unter der Oberfläche zum Vorschein.
Der Körper wird zur Bühne. Muskeln sprechen. Jedes Zucken wird zur Geste der Verweigerung, jede Grimasse zu einem Versuch, Handlungsspielraum zurückzugewinnen.
So entsteht eine körperliche Studie über Spannung, Zärtlichkeit und die Komik der Beharrlichkeit – ein Raum, in dem Gefühle nicht gespielt, sondern freigelegt werden.
Dabei sind die Wäscheklammern mehr als Requisiten. Sie stehen für emotionale Wunden, Traumata und ungelöste Erfahrungen, die sich im Körper einschreiben und sichtbar werden. Der Kampf mit ihnen wird zu einem Prozess der Katharsis. Doch Katharsis ist kein einsamer Vorgang – Heilung geschieht selten allein. Sie braucht Begegnung, Resonanz, andere Menschen.
Und nicht jede Wunde verschwindet. Einige bleiben – und werden Teil dessen, wer wir sind. Vielleicht besteht Freiheit manchmal gerade darin, mit ihnen leben zu lernen, ohne daran zu zerbrechen.
Sucht & Menschsein
19.-22. März 2026
Workshop, Diskussion, Performance, Sober-Party, Installation, Lesungen
Das Projekt "Sucht & Menschsein" widmet sich dem komplexen Verhältnis von Abhängigkeit, Identität und gesellschaftlicher Wahrnehmung.
An zwei Abenden zeigt Bernhard Dechant sein eindrucksvolles Solo über Oskar Werner - eine eindringliche Auseinandersetzung mit dem Umgang der österreichischen Gesellschaft mit der Volksdroge Alkohol.
Das Rahmenprogramm öffnet den Raum für Austausch: In Performances, Workshops, Gesprächen und Diskussionen werden unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Sucht beleuchtet – von der persönlichen Betroffenheit bis zu gesellschaftlichen Strukturen.
Das Projekt möchte verdeutlichen, dass Sucht keine Randerscheinung sondern Teil unseres Alltags ist. Ob Alkohol, Arbeit, Anerkennung oder digitale Welten – Abhängigkeit zeigt sich in vielen Formen, und oft entscheidet nur die soziale und finanzielle Lage darüber, ob sie sichtbar wird oder hinter einer heilen Fassade verborgen bleibt.
"Sucht & Menschsein" versteht sich als Einladung, hinzuschauen, zuzuhören und dem Thema mit Offenheit und Neugier zu begegnen.
Programm 19.& 20.03.2026
jeweils 20:00 – 21:30
Eine Hommage an den Künstler Oskar Werner entgleist zur erbarmungslosen Auseinandersetzung über den Umgang der österreichischen Gesellschaft mit der Volksdroge Alkohol. Seit zehn Jahren lädt der Schauspieler, Regisseur und Alkoholiker Bernhard Dechant immer wieder den Schauspieler, Regisseur und Alkoholiker Oskar Werner zu sich auf diverse Bühnen um über Kunst, Rausch und Sucht zu debattieren.
Programm 21.& 22.03.2026
Workshop: Constance Cauers, Yasmin Arnetzeder
Lesung: Veren Titze, Daniel Wagner, Christopf Srb, Bernhard Dechant, Mia Nägeli
Musik: Bb (Flat) Quartett, Stefan Sterzinger, Kern/ Quehenberger, Constantin Luger, Duo Fedeev/Lechner, Dj ODI – queer
Installation: Gudrun Lenk Wane
Performance: Miriam Strasser, Ensemble LoginsLeben
Sober- Party: Alex Gahr
Diskussion: Roland Stork, Lars Schäfer, Martina Kainz, Dialog Wien
👉 Informationen zum Theater: https://www.dasmargareten.at/



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