• Miriam Strasser

Short Story: Eine Bühne im Februar

Updated: Apr 19

#Vorwort: Folgende Geschichte schrieb ich in Madrid auf spanisch für eine #Kurzgeschichten #Open #Stage. Es gab einige Vorgaben um auf der #Bühne eine #Geschichte erzählen zu dürfen: erstens sollte die erzählte Geschichte unbedingt wahr sein, zweitens durfte sie nicht länger als zehn Minuten dauern und drittens musste sie zum Thema "#Beinahe…" (bzw. Im Original “Casi...”) geschrieben werden – das waren die Vorgaben.

Ich schrieb sofort folgende wahre Geschichte, die insgesamt 4 Jahre meines Lebens ziemlich gut zusammenfasst. Mein Vortrag kam damals wahnsinnig gut beim #Publikum an, auf Spanisch hat die Geschichte auch viel #Wortwitz, der beim Übersetzen etwas verloren gegangen ist. Du kannst ihn dir aber beim Lesen gerne dazu vorstellen, den Wortwitz.

Falls du genug Fantasie hast, kannst du dir auch gerne vorstellen du bist gerade in #Madrid, in der “Chistera” (das ist ein kleines Lokal mit einer kleinen Bühne) und ich betrete diese Bühne und erzähle die folgende #Geschichte auf Spanisch (mit Wortwitz) und du verstehst Spanisch und hörst meiner biografischen Geschichte (mit Wortwitz) zu. Danach kannst du dir dann selbst eine Meinung bilden…


Ich möchte hier nur noch darauf hinweisen, dass ich diese Geschichte auch in #Österreich schon auf der Bühne erzählt habe und sie den #Menschen immer noch gut gefallen hat (auch ohne den spanischen Wortwitz). Da habe ich sie natürlich so erzählt, wie sie hier geschrieben steht – also auf Deutsch. Ob du dir nun alles auf Spanisch in Madrid vorstellen magst oder lieber auf Deutsch in Wien – das ist deine Entscheidung und hängt von deiner #Fantasie ab.


Beinahe...


Beinahe bin ich in Süd-Amerika.

Im Jahre 2014 schloß ich meinen Bachelor of Science an der Universität Wien ab.

Danach reiste ich nach Thailand. Ein Monat außerhalb Europas – mein erstes Mal außerhalb Europas.


Im thailändischen Dschungel wurde mir bewusst, dass ich nicht in der Wissenschaft arbeiten möchte. Obwohl mich vor meiner Abreise einige meiner ProfessorInnen der Uni dazu eingeladen hatten mit ihnen zu arbeiten, falls ich das wollte. Ich hätte sogar ein Stipendium für die USA haben können...


Als ich nach Österreich zurückkehrte, wusste ich, dass ich bald wieder raus aus Europa MUSSTE – möglichst bald. Die Thailandreise war für mich befreiend gewesen, obwohl ich noch nicht wusste, was genau ich wollte, wusste ich doch zumindest was ich NICHT wollte.

Nun fragte ich mich also: wohin gehe ich?

Nun.

Nachdem Ayahuasca ja sehr modern ist, unter den verlorenen Seelen in Europa, die nicht wissen was sie mit ihrem Leben machen sollen, entschied ich: "Ich gehe nach Süd-Amerika, suche "meinen" Schamanen und mache mit diesem das Ayahuasca-Ritual, um herauszufinden, was meine wirkliche Bestimmung ist."


Es schien mir außerdem eine gute Idee, da beinahe auf dem ganzen Kontinent mehr oder weniger die gleiche Sprache gesprochen wird. Und da es mir gefällt, mit den Menschen,

die ich treffe, zu kommunizieren, musste ich nur noch eine Hürde überwinden: Spanisch lernen, denn ich hatte keinen blassen Schimmer von dieser Sprache.

Also verschenkte ich alle meine Dinge in Österreich, kündigte alle Verträge und reiste nach Spanien, um dort einige Monate zu leben und ein wenig spanisch zu lernen – danach wollte ich mit "Open End" nach Südamerika reisen und so lange bleiben, bis ich mein Ayahuasca Ritual erlebt hatte.


Ihr müsst wissen, Ich kann eine Sprache nicht in einem Kurs lernen, ich muss einfach gleich ins kalte Wasser springen und vor allem einmal zuhören.

So wollte ich also möglichst schnell per Autostopp auf die kanarischen Inseln, dort leben und ein Schiff finden und während dessen spanisch lernen.


Weil ich nämlich romantisch bin, hatte ich die feste Vorstellung den Ozean mit einem Schiff zu überqueren. Auf meinem Weg zu den kanarischen Inseln kam ich nach Granada in Andalusien. Eigentlich wollte ich nur ein Wochenende in der Stadt bleiben doch lernte ich gleich eine kleine Schule für Theater und Clownerie kennen, "La Estupenda".

Ich nahm eine Schnupperstunde "Clown" und verliebte mich unendlich – in die Kunst des Clownens und in die magische Stadt Granada.

So lebte ich viele Monate dort und lernte Spanisch in einem Clownskurs.


Aber in meiner unendlichen Verliebtheit verliebte ich mich noch mals, Hals über Kopf, in einen wunderschönen Griechen. Wir vögelten zwei Wochen lang 8 Stunden jeden Tag, ich erlebte zum ersten Mal in meinem Leben was "Tantra" ist und verstand endlich warum alle so davon schwärmen... in meinem hormonellen Vollrausch reiste ich mit ihm nach Rhodos, wo er und seine Familie lebten. Auf dieser Insel kam ich mit einem ziemlichen Liebes-Kater wieder zu mir. Es war wie ein Erwachen nach einem Party-Black-Out.


Was ist passiert? Wo bin ich? Wer bin ich?!?

Nun, ich verabschiedete mich unter Tränen von meinem Lover

und kehrte nach Spanien zurück.

Zweiter Versuch!

Aber – OH! Die Liebe!!!

Durch Barcelona reisend verliebte ich mich Hals über Kopf in diese Stadt und in ein Künstlerkollektiv, mit dem ich ein wunderschönes Haus besetzte.


Ich lebte also viiieeeleeee Monate mit ihnen, wir spielten auf der Straße, wir gründeten einen Verein und organisierten verschiedene kreative Projekte in unserem Haus und machten ganz viel Musik zusammen. In dieser Zeit lernte ich zufällig die Körpertheaterschule "Nouveau Colombier" in Madrid kennen. Eine Schule mit Fächern wie Tanz, Pantomime, Maskenspiel, Clownerie, Bufon, Viewpoints, Suzuki und noch mehr Techniken, die euch kaum etwas sagen werden. Ich war entzückt!


Alles was mir gefiel, war da! Und noch viel mehr! Hier wollte ich studieren. Also kehrte ich eine Weile nach Österreich zurück, um zu arbeiten, Geld zu sparen und wieder zu kommen.

Und hier bin ich nun: in Madrid, hier lebend und Körpertheater studierend.

Der absolute Wahnsinn.


Seht ihr, wie stark Ayahuasca wirkt? Es erleuchtet dich bis ins Ausland, du musst nicht mal zu ihm kommen und erfährst trotzdem, was du wirklich willst und in deinem Leben brauchst!


Nichts desto trotz werde ich eines Tages nach Süd-Amerika reisen, jetzt ist mir sogar noch viel klarer, WIE ich dort hin reisen werde: mit einem KünstlerInnen Piratenschiff!

Mit einem KünstlerInnen Kollektiv, von Küste zu Küste reisend und die Welt bespielend, um sie bunter zu machen. Ich habe alle Zeit und Geduld, die ich brauche, um auf den Tag zu warten, an dem ich mein Schiff finden werde – mein kreatives Schiff, denn das ist es, was ich wirklich will und brauche: ein kreatives Leben voller bunter Kunst!


© Miriam Strasser


#Nachwort:

Das #Schiff ist mir mittlerweile gar nicht mehr so wichtig... Was wichtig geblieben ist und mir immer wichtiger wird, ist die #Kunst. Was auch immer "Kunst" heißen mag - meine #Seele braucht ganz dringend kreativen Ausdruck, ich brauche ganz dringend #Raum für meine Fantasie in meinem Leben. Mein #Leben wird erst angenehm, ich fühle mich erst dann wirklich wohl, wenn es ein #Spiel ist. Sei das jetzt mit der Sprache beim Schreiben oder mit dem Körper oder der Stimme oder beidem. Kunst ist für mich unerlässlich für mein #Seelenheil und für die #Leichtigkeit des Seins. In Süd-Amerika war ich bisher immer noch nicht… Meine Wege verwuchsen sich in ganz andere Richtungen, aber das ist eine andere Geschichte und soll vielleicht einmal an anderer Stelle erzählt werden...


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